
Ich lief in die Stadt. Ich musste einfach raus aus der Wohnung – ich hatte dort das Gefühl, an seinen Lügen und an seiner Heuchelei zu ersticken.
Auf dem Weg in die Stadt – es war sehr weit, aber ich war voller Unruhe und konnte nicht auf den Bus warten – gingen mir immer wieder Szenen unserer Beziehung durch den Kopf und ich fragte mich, wie oft er mich wohl vorher schon belogen und betrogen hatte.
Als ich endlich in der Stadt ankam war es schon dunkel.
Ich hatte Kopfweh, mir war ganz schlecht und vor Wut und Enttäuschung traten mir Tränen in die Augen.
Ich wollte auf andere Gedanken kommen! Er hatte es nicht verdient, dass ich seinetwegen so verzweifelt war. Ich sagte mir: „Ich kann auch anders, das wird er schon sehen!“.
Also ging ich in die nächstbeste Bar und bestellte mir einen Gin-Tonic.
Das sollte erst der Anfang zu einer langen Nacht sein.
Der Barkeeper schien nett zu sein. Er sah mir meine Sorgen wohl an und fragte mich danach. Ich hörte ihn aber kaum – zu sehr war ich mit mir selbst beschäftigt. Also murmelte ich, dass alles in Ordnung sei und lief wieder auf die Straße.